Rebecca Akte 1


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Rebecca Musical

PROLOG

Runie
von Manderley. Nacht. Der Zauber des Mondlichts erweckt die zerfallenen Mauern des vor
Jahrzehnten ausgebrannten Herrenhauses Manderley zu spukhaftem Leben. Die Fenster erscheinen wie
einst erleuchtet vorn Glanz der Lster. Es ist die unwirkliche Vision ei
nes Traums. Mrs. de Winter, als
Ruinen und kommt langsam nach vorne.

ICH:

Ich hab getrumt von Manderley...

In dem Rest des alten Gemäuers erwachen die „
Schatten" der Vergangenheit und raunen ...

SCHATTEN: Modernde Steine und schwarze Fassaden,

so geisterhaft und unnahbar.

Schatten der Nacht, vor denen wir floh'n,

raunen von dem, was war.

ICH:

Und der Mond scheint hell,

und der Fliederduft

ist so sss und

sehnsuchtsschwer.

Und wie damals liegt

Unheil in der Luft,

doch heut schreckt es mich nicht mehr.

Ich hab getrumt von Manderley

und der vergangenen Zelt,

von Sehnsucht, Schuld und Dunkelheit

und von Liebe, die befreit.


aus der Ruine. Indem sie Gestalt gewinnen, werden die diversen
Akteure unserer Geschichte erkennbar.

Und Rebeccas Geist

schwebte unsichtbar

durch das Haus und kam mir nah

Und da war mir klar,

ich entgeh' ihr nur,

wenn ich weiss, was hier geschah

ICH & SCH
ATTEN: Wir finden Strke in Gefahr

und Hoffnung in schwerer Zeit.

Ich hab getrumt von Manderley

und von Liebe, die befreit.

wenn ich weiss, was hier geschah.

ICH & SCHATTEN: Wir finden Strke in Gefahr

und Hoffnung in schwerer Zeit.

Ich hab getrumt von M
anderley

und von Liebe, die befreit.

Die Schatten ziehen sich zurck und verschwinden im Dunkel. Die Traumvision von Manderley lst sich
auf, whrend die Szenerie wechselt.

ICH:

Alles fing in Frankreich an,

damals im April

Neunzehnhundertsechsundzwanzig,

i
n der Eingangslounge

eines Grand Hotels

in Monte Carlo...

Sie geht ab. Lichtwechsel.

ERSTER AKT

Szene 1 Hotellobby.

24. April 1926. Die Eingangshalle eines der besten Hotels der Zwanziger Jahre. Bequeme Sitzgruppen
unter Kronleuchtern zwischen Marmorsule
n und Kbelpalmen. Dahinter die Hotelrezeption. Seitwrts
der Hotellift. Mrs. Van Hopper, eine kleine korpulente Dame Mitte Fnfzig, sitzt auf einem der Sofas. Ein

die Halle
schweifen.

MRS. VAN HOPPER (zu dem Kellner): Sie kennen doch meine Gesellschafterin. Haben Sie sie gesehen?

KELLNER: Nein, bedaure Madame.

Die Tr des Hotellifts ffnet sich. "Ich" tritt auf Sie ist jetzt
wesentlich jnger als in der ersten Szene, eine

MRS. VAN HOPPER: Da bist du ja endlich! Wo um Himmels Willen warst du so lang?

ICH:

Ich musste noch die Modez
eitschrift holen...

MRS. VAN HOPPER: Warum denn das?

ICH:

Sie wollten sie lesen, Mrs. Van Hopper.

MRS. VAN HOPPER: Ich bezahle fr Deine

Gesellschaft, mein Kind,

und ich hass es zu warten.

ICH:

Sorry, Mrs. Van Hopper.

MRS. VAN HOPPER: Keine Sahne!
-

Dieser Kellner

ist ein Vollidiot.

ICH:

Ich ruf ihn, Mrs. Van Hopper.

"Ich" hebt die Hand, um den Kellner zu rufen.


Bitte, Monsieur.

MRS. VAN HOPPER: Nenn ihn nicht Monsieur!

Und bitte ihn nicht.

ICH (lchelnd): Bittesehr
, etwas Sahne.

MRS. VAN HOPPER: Mein Gott!

In Fnf
-
Sterne
-
Hotels

schenkt der zahlende Gast

dem Kellner kein Lcheln.

ICH:

Sorry, Mrs. Van Hopper.

MRS. VAN HOPPER: Statt Bitte zu sagen,

das merk dir, mein Kind,

gibt man hier Befehle.

Der Kellner bringt
das Sahneknnchen.

ICH:

Ja, Mrs. Van Hopper.

MRS. VAN HOPPER: Verwahrlost und elternlos

kamst du zu mir.

Ich nahm dich aus Mitleid.

ICH:

Das weiss ich, Mrs. Van Hopper.

MRS. VAN HOPPER: Zum Dank muss ich mich tglich

fr dich genier'n,

und mehr und meh
r wird mir klar:

Sahneknnchen.

Du wirst niemals eine Lady,

weil dir jede Klasse fehlt.

Du wirst immer eine kleine,

unscheinbare,

scheue graue Maus sein.

So sehr ich mich auch qule,

ganz egal, was ich erzhle.

Dir fehlt, worauf es ankommt.

Nein, du wirst niemals

eine Lady sein.

Fortescue Maximilian
de Winter (Maxim) spricht mit dem Rezeptionisten und geht zum Aufzug.

Hrst du mir zu? Was gibt's zu glotzen?

In Fnf
-
Sterne
-
Hotels,

das merk dir, mein Kind,

begafft man nicht Fremde.

ICH:

Sorry, Mrs. Van Hopper.

Mrs. Van Hopper greift nach ihrer Lorgnet

MRS. VAN HOPPER: Oh! Hallo!
Na, so was!

Das ist ja Mr. de Winter.

ICH:

Ein Bekannter von Ihnen?

MRS. VAN HOPPER: Liest du keine Illustrierten?

ICH:

Ich lese lieber Bcher, Mrs. Van Hopper.

MRS. VAN HOPPER: In feiner Gesellschaft

muss man wissen, mein Kind,

wer begehrt und verehrt wird.

Auf dem Weg zum Ausgang durchquert Maxim die Halle. Mrs. Van Hopper hebt den Arm und winkt ihm
zu.


Mr. de Winter!
Hallo! Hier!

Maxim bleibt stehen, unsicher
, woher ihn diese Frau kennt.

MAXIM:

Guten Abend.

MRS. VAN HOPPER: Erinnern Sie sich?
Edith Van Hopper. Park Avenue, New York!
Setzen
Sie sich doch, {zu "Ich') Sag dem Kellner, er soll noch eine Tasse bringen. Mr. de Winter
wird seinen Kaffee mit uns einn
ehmen.


MAXIM:

Ich muss Ihnen leider widersprechen. Sie beide werden ihren Kaffee mit mir einnehmen.

MRS. VAN HOPPER: Ich habe Sie sofort erkannt, Mr. De Winter. Was fr eine angenehme
berraschung. Ich dachte Sie sind
um diese Zeit in Manderley, Ihrem verwunschenen Schloss in
Cornwall.

MAXIM:

Manderley ist schn, aber nicht so sonnig.

Maxim mustert "Ich", die vergebens vorgibt, sein Interesse nicht zu bemerken. Fr einen langen Moment
treffen sich ihre Blicke.

MRS. VAN

machen.

MAXIM (ZU "Ich"): Und wie gefllt Ihnen Monte Carlo?

ICH:

N
a ja, ich ... ich finde es irgendwie ... unwirklich ...

MRS. VAN HOPPER: Sie ist verwhnt, Mr. de Winter. Die meisten Mdchen in ihrem Alter wrden ihr
Augenlicht dafr geben, einmal Monte zu sehen.

MAXIM:

Ich denke, das wre der Sache nicht sehr dienlich
.

MRS. VAN HOPPER: Hat Ihr Butler schon Ihre Sachen ausgepackt?

MAXIM:

Ich habe keinen Butler. Vielleicht macht es Ihnen Spa, mir zu helfen.

MRS. VAN HOPPER: Ich?
Sie scherzen. (Wendet sich an "Ich")

Vielleicht solltest du Mr. de Winter zur Hand gehen.

Kofferauspacken kannst du ja.

MAXIM:

Ein charmantes Angebot, aber mein Motto heit:

Selbst ist der Mann. Es war mir ein Vergngen, meine Damen.

Maxim geht ab.

MRS. VAN HOPPER: Sehr abrupt, dieser Abgang. Ich frchte, mein Kind, du hast ihn vertrieben.

ICH:

Ich?

MRS. VAN HOPPER: Deine vorlaute Antwort war sehr peinlich, mein Kind. Du hast ihn verrgert.

ICH:

Das war nicht meine Absicht.

MRS. VAN HOPPER: DU hast die Unterhaltung

auf dich gelenkt;

und mich und dich blamiert.

ICH (ganz in Gedanken): Ich

traf noch keinen Mann wie ihn,

so seltsam, so geheimnisvoll.

Ich hoff, ich seh ihn wieder.

MRS. VAN HOPPER: Du hast nicht sein Niveau, mein Kind!

Du wirst niemals eine Lady,

weil dir jede Klasse fehlt.

Du wirst immer eine kleine,

unscheinbare,

scheue gra
ue Maus sein.

So sehr ich mich auch plage,

es ist sinnlos, was ich sage.

Es fehlt dir die Nonchalance, Darling!

Die Contenance und Elegance!

Nicht die geringste Chance, Darling!

Aus dir wird keine Lady,

das steht fest!


bleiben.

Sie gehen ab in Richtung Aufzug, whrend es dunkel wird und die Szene sich verwandelt.



ERSTER AKT

Szene 2a Hotelterrasse.

Am nchsten Morgen. Die regulre Frhstckszeit ist schon vo
rber. Die Gste sitzen unter einer
Markise auf der sonnenbeschienenen Hotelterrasse an Bistrotischen, genieen die Aussicht und
tauschen den neuesten Klatsch aus. An einem der Tische, ganz vorn an der Rampe, sitzt Maxim und liest
eine englische Zeitung.

G
AST 1: Ist das nicht ...

GSTE: Bitte wo?

GAST 1: Max de Winter.

An dem Tisch da vorn.

GAST 2: De Winter?

GAST 3: Stimmt.

GAST 1: In der Tat.

GAST 4: Zweifellos.

GSTE: Bitte wer?

GAST 5: Stinkreicher Adelsspross.

Er lebt in einem Schloss.

GAST 3: Manderley.

GAST 1: Armer Kerl.

GSTE: Bitte wie?

GAST 3: Es ist tragisch.

GAST 6: Ja, ich las davon.

GAST 4: Er kam im Rolls Royce


GAST 3: Wirklich schlimm.

GSTE: Bitte was?

GAST 2: Wovon reden Sie?

GAST 3: Es stand in j
eder Zeitung.

Gste: Was?

GAST 1: Er verlor unerwartet

seine Frau

GSTE 1 BIS 6: Rebecca.

GSTE 1, 4, 5: Welch ein Schlag!

GSTE 1 BIS 6: Jeder sah,

der Mann vergtterte

Rebecca.

Maxim
lsst die Zeitung sinken. Die Gste verstummen. "Ich" tritt auf. Der Oberkellner fhrt sie zu dem
freien Tisch neben dem Tisch von Maxim de Winter.

OBERKELLNER: Wie geht es Mrs. Van Hopper?

ICH:

Sie hat Halsschmerzen. Die bliche Grippe, denke ich.

OBERK
ELLNER: Bitte sehr, Mademoiselle.

schttet dabei ungeschickterweise die kleine Blumenvase um, die auf dem Tisch steht. Erschrocken stellt
sie die Vase

Maxim haben das Missgeschick beobachtet. Ein Hilfskellner kommt gelaufen. Maxim winkt den
Oberkellner herbei...

MAXIM:

Lassen Sie das, und legen Sie hier noch ein Ge
deck auf. Mademoiselle wird mit mir frhstcken.

ICH:

Nein, nein. Das geht doch nicht.

MAXIM:

Wollen Sie vor einem nassen Tischtuch sitzen?

ICH:

ES macht mir nichts aus. Wirklich nicht.

MAXIM:

Dummes Zeug. Kommen Sie. Ich wollte Sie

ICH:

Das ist... sehr freundlich von Ihnen.

Sie nimmt an seinem Tisch Platz. Verlegenes Schweigen. Ein Kellner serviert Kaffee und Croissants.

MAXIM:

Sie mssen mir verzeihen. Ich war ziemlich unhflich gestern Aben
d.

ICH:

Das fand ich nicht. Mir schien eher, dass Mrs. Van Hopper ...

MAXIM:

Ihre Freundin?

ICH:

Ich bin angestellt bei ihr. Als Gesellschafterin. Dafr zahlt sie mir neunzig Pfund im Jahr.

MAXIM:

Ich wusste nicht, dass man Gesellschaft kaufen kann.

ICH
:

Was soll ich tun? Ich brauche das Geld.

MAXIM:

Haben Sie denn keine Verwandten?

ICH:

Nein. Sie sind alle gestorben.

MAXIM:

Waren Sie hier schon mal in den Bergen? Man hat von dort eine fantastische Aussicht.

ICH:

Nein. Mrs. Van Hopper geht keinen Sch
ritt aus dem Hotel.

Maxim steht auf.

MAXIM:

Dann vergessen wir doch das hier. Wir knnen ja irgendwo einkehren.

ICH:

Ja, aber ich kann doch nicht einfach ...

MAXIM:

Ach, was! Holen Sie sich was zum berziehen. Ich lasse inzwischen den Wagen vorfahren.

Max
im und "Ich" gehen in verschiedene Richtungen ab. Die Gste stecken die Kpfe zusammen.

GAST 2: Kann das sein?

GSTE: Geht das an?

GAST 2: Ist er freundlich

oder flirtet er?

GAST 1: Das ist doch nicht

sein Niveau.

GAST 6: Vielleicht doch.

GSTE: Inter
essant.

GAST 4: Hab ich richtig gehrt?

GAST 3: Er macht heut einen Ausflug mit ihr.

GAST 5: Warum nicht?

GSTE: Allerhand!

GAST 2: Kaum zu glauben.

GAST 1: Ist der Mann denn blind?

Sie ist noch ein Kind.

GAST 2: Ein Domestik.

GAST 5: Er sucht Trost.

GSTE: Degoutant!

GAST 6: Es gehrt sich nicht.

GAST 3: Ich glaub nicht, dass er etwas

von ihr will.

ALLE: Er verlor doch erst krzlich

seine Frau

Rebecca.

Welch ein Schlag!

Es ist klar,

dass er noch trauert um

Rebecca.

Die
Gste erstarren und werden zur Silhouette. An anderer Stelle der Bhne fllt das Licht auf eine
-
artige Szene mit Maxim und "Ich ".



ERSTER AKT

Szene 2b Klippe.

Beide stehen am Rand einer Klippe hoch ber dem Meer. Maxim blickt wie gebannt in den
Abgrund. "Ich
" geniesst den Moment, bis sie bemerkt, dass der Mann neben ihr wie hypnotisiert angezogen zu sein
scheint von der Gefahr des Absturzes.

ICH:

Wirklich, die Aussicht ist atemberaubend.

Der Sonnenglanz, das blaue Meer.

Die weissen Punkte dort


Segel im Wind!

Mwen tief unter mir.

Mr. de Winter?
Was ist mit Ihnen? Der Wind ist kalt. Ich warte im Wagen auf Sie.

legt es ihr ber die Schultern.

M
AXIM:

Verzeihn Sie mir. Eine dunkle Erinnerung...

ICH:

Sie sind sehr unglcklich, Mr. de Winter. Er blickt ihr in die Augen und streicht ihr sanft bers
Haar.

MAXIM:

Nennen Sie mich Maxim. So nennen mich alle meine Freunde.

GSTE: Er verlor unerwartet

seine Frau

Rebecca.

Welch ein Schlag!

Jeder sah:

Der Mann vergtterte

Rebecca.

In einer weiteren Vignette sitzt "Ich " mit einem Zeichenblock auf einem Felsen. Sie skizziert ein
Bauernhaus. Maxim sieht ihr ber die Schulter.

MAX
IM:

Sie zeichnen wirklich gut. Sie haben Talent.

ICH:

Das habe ich von meinem Vater.

MAXIM:

Er war Knstler?

ICH:

O ja. Maler. Seiner Zeit weit voraus.

MAXIM:

Er fehlt Ihnen wohl sehr?

ICH:

Mein Vater war ein wunderbarer Mensch.

MAXIM:

Mir scheint, wir
beide haben etwas gemeinsam, Sie und ich. Wir stehen beide allein in der Welt.

ICH:

Da. Das Bild ist fertig

MAXIM:

Fr mich?

ICH:

Als kleines Dankeschn. Fr jede Stunde mit Ihnen. Durch Sie hab ich erfahren wie schn ein
Augenblick sein kann. Ich mchte

die Tage aufbewahren, verschliessen in einem Flakon. Wie ein
kostbares Parfm ...

Er ksst sie. Die Szene verschwindet. In einem Lichtspot steht Mrs. Van Hopper vor "Ich".

MRS. VAN HOPPER: Wir reisen morgen ab. Ich muss wieder nach New York. Das alte Eu
ropa
macht mich krank.

ICH:

Schon morgen? MRS.

VAN HOPPER: Ich werd' nicht schlau aus dir, Kind. Ich dachte, du machst dir nichts aus Monte Carlo.

ICH:

Ich hab mich dran gewhnt.

MRS. VAN HOPPER: Worauf wartest du? Fang an zu packen.

Mrs. Van Hopper ge
ht ab.



ERSTER AKT Szene 3a

Mrs. Van Hoppers Suite.

"Ich " blickt nervs auf die Uhr, nimmt zum wiederholten Mal den Hrer des Telefons ab und whlt.

ICH:

Hallo ... Rezeption? Verbinden Sie mich mit Mr. de Winters Zimmer. (Pause) Sind Sie
sicher ? (Pause) Nein, danke.
Merci beaucoup, Monsieur.

Sie hngt auf.

Lieber Gott! Ich mchte ihn noch einmal sehen. Sie kmpft mit den Trnen.

Nein, ich weine nicht.

Statt mich selber zu bedauern,

mchte ich dankbar sein

fr das, was war.

Mir bleibt ja die

Erinnerung ...


ber der Kste.

Du sahst wie gebannt

hinab aufs Meer.

Weil mir kalt und schwindlig war,

wollte ich zurck zum Wagen gehn.

Da hielt de
ine Hand mich fest.

Du hast mich angesehn

und sanft mein Haar berhrt.

Ich wnsch mir, ich wrde wissen,

wie Erinnerung lebendig bleibt,

wie man den Augenblick,

in dem das Schweigen sang,

vor dem Vergehn bewahrt.

Ich wollte, ich wsst',

wie man Zeit in ein
e Flasche fllt.

Dann msst' ich sie nur ffnen, und schon

war alles wieder so wie es war.

Ich sah ins Blau

mit dem Fahrtwind in den Haaren

und hab mir ausgemalt,

wie schn es war,

knnt' ich dir geben,

was dir fehlt ...

Und du hast wohl geahnt,

woran ich
denke.

Du hast gesagt:

"Ich mag dich wie du bist."

Barfuss gingen wir am Strand,

Sonnenstrahlen tanzten auf dem Meer,

und du hast mich angesehn,

als ob du Hilfe brauchst.

Dann hast du mich geksst.

Ich wnsch mir, ich wrde wissen,

wie man festhlt, was ni
cht greifbar ist
-

den Zauber eines Blicks,

die Wahrheit eines Traums,

das Wunder des Verstehns.

Denn wrde ich wissen,

wie man Glck in eine Flasche fllt,

msst ich sie nur ffnen, und schon

war jeder Moment wieder wahr.

Mir war ja von Anfang klar,

dass
es nicht dauern kann.

Und doch gibt es

nichts zu bereuen.

Jedes Bild, jedes Wort

lebt in mir fort.


Ich wnsch mir, ich wrde wissen,

wie Erinnerung lebendig bleibt,

wie man den Augenblick,

in dem die Sehnsucht starb,

vor dem Vergehn bewahrt.

Und dass ich dich verlier,

fiele mir

nicht ganz so schwer,

bliebe mir

die Zeit in einer Flasche.

Die Zeit, die ich hatte

mit dir.

MAXIM:

Lass die F
lasche lieber zu, manchmal steckt ein Dmon drin.

ICH:

Oh, Maxim. Wie gut, dich noch einmal zu sehen.

MAXIM:

Was soll das denn heien?

ICH:

Mrs. Van Hopper will abreisen. Wir fahren nach New York.

MAXIM:

Und du begleitest sie?

ICH:

Ich muss. Du weit ja, i
ch bin ihre Angestellte. Ich kann es mir nicht leisten, whlerisch zu sein.

MAXIM:

Na gut, Mrs. Van Hopper will also wieder heim. Ich auch. Sie fhrt nach New York, und ich nach
Manderley. Wo mchtest du hin? Du kannst whlen.

ICH:

Bitte, Maxim! Lass die S
cherze. Mach es mir nicht noch schwerer.

MAXIM:

Vor dem Frhstck mache ich nie Scherze. Entscheide dich. New York oder Manderley.

ICH:


MAXIM:

Nein, kleiner Dummkopf. Ich frag dic
h, ob du mich heiraten willst.

ICH:

DU fragst ... was?

MAXIM:

Ich will, dass du meine Frau wirst. Was hltst du davon?

ICH:

Ich ... Ich wei nicht. Ich gehr doch nicht in deine Welt.

MAXIM:

Also nein. Und ich dachte, du liebst mich.

ICH:

Aber das tu ich j
a. Ich liebe dich. Mehr als alles auf der Welt.

Sie wirft sich in Maxims Arme. Er ksst sie.

MAXIM:

Manderley wird dir gefallen. Mrs. Van Hopper tritt auf; sie ist reisefertig.

MRS. VAN HOPPER: Bist du soweit? Wir mssen noch die ...
Sie sieht Maxim.

Ooooh, Mr. de Winter!
Was fr eine unerwartete Freude! Sie wollen mir Adieu sagen? Wie
nett von Ihnen.

MAXIM:

Mhm ... um ehrlich zu sein, wollte ich Ihnen nur mitteilen ... Ihre Gesellschafterin wird Sie nicht
nach New York begleiten knnen.

MRS. VAN HOPPE
R: Wieso das?

MAXIM:

Wir heiraten.

Mrs. Van Hopper: Wie bitte ... ?

MAXIM:

Ich wnsche Ihnen eine gute Reise, Mrs. Van Hopper. Gren Sie New York von uns. Ich lasse
inzwischen dein Gepck auf meine Suite bringen.

Bevor sich Mrs. Van Hopper von dem Schock
ein und mustert "Ich " mit einem prfenden Blick.

MRS. VAN HOPPER: Offenbar hab ich dich unterschtzt. Wei Gott, stille Wasser sind tief.
Tennisstunden, das ich nicht lache! Du hast mich hintergangen
.

ICH:

Dass Sie das denken, Mrs. Van Hopper, tut mir leid.

MRS. VAN HOPPER: DU solltest dir selbst leid tun. Was glaubst du denn, was dich dazu befhigt, Herrin
von Manderley zu werden?

ICH:

Ich liebe ihn.

MRS. VAN HOPPER: Rebecca de Winter war eine Dame v
on Welt. Von ihren Gesellschaften sprach
ganz England.

ICH:

Ich werde ihn nicht enttuschen.

MRS. VAN HOPPER: Mach dich nicht lcherlich!
Lady de Winter, ha!

Mit einem abschtzigen Lcheln verabschiedet sich Mrs. Van Hopper, dreht sich um und geht ab,
whr



ERSTER AKT

Szene 3b

Italien.

Instrumentalmusik. Maxim wirft "Ich" den Strau zu. Sie fngt ihn auf. Provencalische
Landbewohner. Tanz. Ein Standesbeamter traut die beiden. Ki
nder streuen Rosenbltter. Szenen
einer unbeschwerten Hochzeitsreise. Lachen, Umarmungen, Ksse. Ein Gondoliere verbeugt
sich und fhrt die beiden von der Bhne, whrend sich die Szene verwandelt.



ERSTER AKT Szene 4

Halle von Manderley.

Sieben
Wochen spter. Die Angestellten des Herrenhauses bereiten die Ankunfi der Herrschaft vor.
schwarzgekleidete Haushlterin, beaufsichtigt die Arbeiten mit militr
ischer Strenge.


Tisch fr Tisch,

Schrank um Schrank.

Das Holz muss glnzen!

Putz und polier

da und hier

Stck fr Stck.

Heut' kommen sie zurck.

Fein und rein

soll es sein

fr den Herrn von Manderley

und die vollkommen neue

M
rs. de Winter.

Gleich wird man sehn,

was und wen

unser Herr

aus Frankreich mitbringt.

Wir glaubten schon,

dass er immer Witwer bleibt,

aber wir

kriegen hier

eine neue

Mrs. de Winter.

Das Licht lenkt die Aufmerksamkeit auf Mrs. Danvers, die mit sich selbst
spricht. MRS. DANVERS: Selbst
wenn sie eine Frstin war,

was will sie hier in Manderley?

Fr mich gibt es auf dieser Welt

nur eine Mrs. de Winter!

Liebevoll wischt sie den Staub vom Rahmen eines groformatigen Portraits von Rebecca, das in der
Halle hngt.

Denn ruht dein Krper auch im Grab,

dein Geist ist noch in Manderley.

Und keine nimmt dir deinen Platz.

Niemals!

Frank Crawley, der Gutsverwalter von Manderley, tritt auf.

FRANK CRAWLEY (Zu Mrs. Danvers): Sie kommen an

irgendwann

zwischen fnf

und sechs
vermutlich.

MRS. DANVERS: Dinner um Acht?

FRANK CRAWLEY: Das ist zu spt.

MRS. DANVERS: Frher geht es nicht

FRANK CRAWLEY (ZU Robert, dem Kammerdiener):

Das Appartement?

ROBERT: Blumen stehn.

Lster strahl'n.

Im Kamin das Feuer brennt.

Fr die neue

Mrs. de Winter!

Wie wird sie sein?

Khl und fein

oder hart und berheblich?

Mischt sie sich ein,

oder hlt sie sich zurck?

Sicher ist

nur, sie wird

uns're neue

Mrs. de Winter.

Frh, ein lterer Butler, tritt auf

FRITH: Potter rief an.

Sie pa
ssierten das Tor

im Cabrio,

grad als es anfing zu regnen.

Robert kommt mit einem Regenschirm, den er Frank Crawley gibt. Frith und Frank Crawley gehen ab, um
Mr. und Mrs. de Winter in der Einfahrt zu empfangen.

CLARICE, ein Dienstmdchen: Ankunft bei Regen
!

Das bringt sicher Unglck!

durchs Fenster zur Auffahrt.


heraus aus dem Wald.

Das Verdeck ist noch offen,

o
bwohl es doch regnet!


zum Empfang

in Reih und Glied!

halten. Der Motor stirbt. Das Rauschen des Regens. Ge
dmpfte Stimmen "Guten Abend, Frith. "


"Willkommen, Mr. de Winter. "Die Wagentren schlagen zu, Schritte auf der Treppe zum Eingang. "Ich"
Gesicht.

MAXI
M (leise): Ach, du lieber Himmel, Frith! Die ganze Belegschaft!

FRITH: Anweisung von Mrs. Danvers, Sir.

MAXIM (ZU "Ich"): Keine Sorge. Dauert nicht lang. Frank Crawley kommt auf Mr. und Mrs. de Winter zu.

FRANK CRAWLEY: Willkommen, Maxim.

MAXIM:

Frank! Das ist Frank Crawley. Der Verwalter von Manderley, und mein bester Freund.

FRANK CRAWLEY: Guten Abend, Mrs. de Winter. Wenn Sie Fragen haben, wenden Sie sich an mich.

zu.

ICH:

Freut mich, Mr. Crawley ... Frank.

MAXIM:

Guten Abend. (Pause.) Sie sind neu, nicht wahr?

(Pause.) Ah, Mrs. Rutherford, wie geht es Ihnen?

MRS. RUTHERPORD: Danke, gut Sir. Schn dass Sie wieder da sind.

MAXIM:

Das ist meine Frau,

Mrs. de Winter. Schn, Sie alle wiederzusehen.

ROBERT: Willkommen zuhause, Mr. de Winter.

MAXIM (ZU "Ich"): Danke Robert. Das ist unsere Haushlterin, Mrs. Danvers.

MRS. DANVERS (mustert "Ich"): Ich werde Clarice bitten, Ihnen zur Hand zu gehen, solange I
hr
Mdchen noch nicht da ist.

ICH:

Ich ... ich habe kein Mdchen.

MRS. DANVERS: SO?

MAXIM:


MRS. DANVERS: Jawohl, Mr. de Winter.
Wie von Ihnen gewnscht. Die Gstesuite im
Ostflgel wurde renoviert. Di
e Rume ber dem Rosengarten. Jeweils ein Schlaf
-

und
Ankleidezimmer fr Sie und die gndige Frau.

MAXIM:

Nun, dann fhren Sie sie hinauf. Wir sehn uns beim Abendessen, Darling.

MRS. DANVERS: Madam.

Mrs. Danvers, das Dienstmdchen Clarice und "Ich"gehen n
ach links, Maxim, Frank Crawley und Frith

GRUPPE 1: Sehr interessant.

Allerhand.

Wer von uns htt'

das erwartet?

So haben wir uns die Frau

nicht vorgestellt.

Doch gleich wie,

t sie uns're neue

Mrs. de Winter."

Man muss sie nehmen

wie sie ist!

Denn in ihr

haben wir hier

uns're neue ...

GRUPPE 2 (gleichzeitig): Sie ist leis,

doch wer weiss,

vielleicht ist

sie nur sehr mde.

Sie lebt sich

sicherlich

sehr schnell ein.

Jedenfalls

ist sie jetzt

unsere neue

Mrs. de Winter,

und wir sind da,

um ihr zu dienen.

Denn sie ist

Uns're ...


Black Out. Verwandlung.

ERSTER AKT

Szene 5

Morgenzimmer.
Ein sehr weibliches Zimmer. Jedes Mbelstck ist mit Bedacht gewhlt und die Harmonie
Auf der Bank vor dem groen Fenster zum Park sind zahlreiche Blument
pfe mit blhenden und
bltenlosen Orchideen aufgereiht, die Mrs. Dan vers pflegt und giet.

MRS. DANVERS: Orchideen sind ganz

besondre Blumen.

Manchmal sehn sie aus,

als wren sie tot.

Aber irgendwann,

ganz unerwartet,

blhn sie wieder weiss

und dunk
elrot.

Sie starb, sagt man

und glaubt daran.

Doch ich weiss es besser.

Sie ergibt sich nicht.

Man besiegt sie nicht.

Sie ist stark, der Macht des Todes

unterliegt sie nicht.

Nein, man sieht sie nicht!

Doch ich spr,

sie ist hier und lebt noch.

Si
e hrt uns. Sie sieht uns.

Sie ergibt sich nicht.

Orchideen warn ihre

Lieblingsblumen,

rtselhaft wie sie

und fremdartig schn.

Und auch die verblhten

und verdorrten

Hess sie immer hier

am Fenster stehn.

Sie starb, sagt man

und lge im Grab.

D
och ich weiss es besser.

Sie ergibt sich nicht.

Man besiegt sie nicht.

Sie ist stark,

der Macht des Todes

unterliegt sie nicht.

Nein, man sieht sie nicht!

Doch ich spr',

sie ist hier

und lebt noch.

Sie hrt uns.

Sie sieht uns.

Sie klagt und spricht mit
mir.

Kein Mann dieser Welt war ihr je genug.

Sie war stolz und frei,

sie war selbstbewusst und klug.

Kein Mann konnte fr sie je wichtig sein.

Diese Art von Liebe

gab ihr nichts.

Sie ergibt sich nicht.

Man besiegt sie nicht.

Sie ist stark,

der Macht des To
des

unterliegt sie nicht.

Nein, man sieht sie nicht!

Doch ich spr,

sie ist hier

und lebt noch.

Sie hrt uns.

Sie sieht uns.

Sie ergibt sich nicht.

Man besiegt sie nicht.

Sie ergibt sich nicht.

Sie ergibt sich nicht.


ICH:

Nein, danke. Mein Mann ist sehr beschftigt, deshalb schau' ich mich allein ein wenig um, damit
ich die Rume einigermaen kennenlerne.

Mrs. Danvers stellt die Giekanne ab.

MRS. DANVERS: D
as ist das Morgenzimmer. Hier hat Mrs. de Winter nach dem Frhstck ihre
der Schublade hier
-

ihr Telefonbuch, ihre Visitenkarten und ihr Kalender.

Ich

(liest)
: Rebecca de Winter.

MRS. DANVERS: Das ist ihr Amor. Der Gott der Liebe. Mrs. de Winter mochte die kleine Skulptur sehr
gern.

ICH:

Sie sind wohl schon sehr lange auf Manderley.

MRS. DANVERS: Ich kam mit Mrs. de Winter hierher, als sie heiratete.
Ich war immer fr sie
da. Seit ihrer Kindheit.

ICH:

Die Vorbereitung meiner Ankunft hat Ihnen sicher viel Arbeit gemacht.

MRS. DANVERS: Ich habe lediglich Mr. de Winters Anweisungen ausgefhrt.

ICH:

Ich hoffe, wir werden Freunde und was den Haushalt ang
eht, so berlasse ich alles Ihnen.
Machen Sie alles wie bisher.

MRS. DANVERS: Wie Sie wnschen, Madam. Falls Sie noch etwas brauchen, das ist das

ICH:

Meine Briefe?

Mrs. Danvers geht zur
Tr, doch sie wendet sich noch einmal um.

im Gang hrt, lsst sie die Porzellanfigur fallen.

BEATRICE (hinter der Bhne): Ist mein Bruder nicht da?

ICH
:

O nein!

Hastig sammelt sie die Scherben auf. Dann sucht sie nach einem Versteck dafr. Man hrt Schritte und
Stimmen in der Halle.

MRS. DANVERS (hinter der Bhne): Er ist im Bro von Mr. Crawley, Madam.

BEATRICE (hinter der Bhne): Und meine neue
Schwgerin?

GlLES (hinter der Bhne): Ja, die woll'n wir sehn!

MRS. DANVERS (hinter der Bhne): Im Morgenzimmer, Madam.

Am Boden kniend hrt "Ich" die Schritte der Besucher nher kommen. In panischer Hast verstaut sie die
kauert, sehen die beiden sie nicht.

BEATRICE: Hallo ...!?

GILES:

Eine Madame aus Frankreich. Oh lala!

BEATRICE: Sie kommt aus Yorkshire, Giles.

GILES:

Immerhin hat er sie in Frankreich k
ennen gelernt. Vermutlich eine mondne Schnheit.

BEATRICE: Woher willst du das wissen, Giles? "Ich " steht auf Beatrice sieht sie zuerst und versucht,
Giles mit einer Geste zum Schweigen zu bringen.

GILES:

Ich hoffe nur, sie macht keine nchtlichen Sege
l touren.

BEATRICE: Still, Giles!

ICH:

Hallo.

BEATRICE: Da sind Sie ja... oh, ich meine, du bist... Entschuldigung, dass wir so eindringen. Ich bin
Maxims Schwester Beatrice. Und das ist Giles, mein Mann. Herzlich Willkommen auf Manderley. Nenn
mich Bee.

ICH:

Guten Tag. Maxim sagte mir schon ... ?

GILES:

Waren Sie ... ? Ah ... Haben Sie etwa mitgekriegt, was ich...?

BEATRICE: Ach, lassen wir doch die Frmlichkeiten. Wir sind doch jetzt verwandt.

Wenn zwei sich finden, suchen sie

nur Zweisamkeit und Harmonie.

Sie traun sich, darum lassen sie sich traun.

ICH:

ES gibt nichts, was sie trennen kann.

BEATRICE: Doch kaum hast du trumend

ja gesagt, umschlingen dich

gratis und ungefragt

Familienbande,

der ganze Clan

von deinem Mann.

M

die Verwandten mit,

GILES:

kriegt gratis die Onkel

und Tanten mit.

BEATRICE & GILES:

Ob Ostern, ob Weihnacht,

ob Herbst oder Mai,

GILES:

die lieben Verwandten

sind immer dabei.

BEATRICE: Dein Schwager

macht manch derben Scherz.

GILES:

Jedoch er hat

ein goldenes Herz.

BEATRICE & GILES:

Familienbande

fordern oft viel

Geduld.

GILES:

Ich hab nun mal einen

besond'ren Humor.

BEATRICE: Das kommt leider in den besten

Familien vor.

ICH:

Ich wollte immer eine

Schwester wie dich.

BEATRICE:
Dass du jetzt da bist,

ist ein grosses Glck fr mich.

ICH:

Auch mich.

GILES:

Und mich.

ICH, BEATRICE &: GILES:

Verwandte bekommt

man umsonst dazu,

man ksst und umarmt sich

und ist per du.

GILES:

Fr liebe Verwandte gilt kein Tabu.

ICH, BEATRICE & G
ILES: Und war'n wir bisher

auch gar nicht bekannt,


Familienstand.

Wir sind, was auch sei,


Alle lachen. Es wird dunkel. Verwandlung.



ERSTER AKT

Szene 6 Bibliothek.

Maxim und "Ich" beenden gerade eine P
artie Schach. Auf dem Tisch stehen zwei Glser mit Rotwein.

ICH:

Schachmatt!

MAXIM:

Nein, nein!

ICH:

Doch, doch! Du hast verloren. Tut mir leid!

MAXIM:

Verflixt, ich hab dich unterschtzt.

ICH:

Und was kriegt der Sieger?!

Maxim ksst "Ich ". Beide lachen.

MAXIM:

Bist du glcklich?

Kannst du mich immer noch ertragen?

Ich bin schwierig.

Es lebt sich nicht sehr leicht mit mir.

ICH:

Das ist Unsinn.

Schau, was dir meine Augen sagen!

Ich lieb dich, Maxim.

Ich mchte niemals fort von dir.

Bist du glcklich?

Ich habe noch so viel zu lernen.

Manchmal denk ich,

dass ich dich dauernd nur blamier'.

MAXIM:

DU bist jung.

Du hast bestimmt oft Langeweile.

ICH:

berhaupt nicht.

MAXIM:

Wahrscheinlich fehlt dir vieles hier.

ICH:

Ich hab doch alles, was ich brauche. Was s
ollte mir denn fehlen?

MAXIM:

Ausflge, Strandpartys, Freundinnen, Tanzfeste, Einladungen. Was man in deinem Alter halt so
macht.

ICH:

Beatrice hat mir erzhlt, dass es in Manderley jedes Jahr einen Kostmball gab. Lass uns die
Maskenball. Das fnde ich lustig!

MAXIM:

Ach, ich wei nicht.

ICH:

Aber es wrde dir gut tun. Bitte, Maxim. Sag ja. Du musst dich auch um gar nichts
kmmern. Und ich htte endlich eine Aufgabe.

MAXIM:

Na gut, wenn du es gar so gern willst ... du bekommst d
einen Kostmball. Sie
umarmt ihn wie ein berglckliches Kind.

ICH:

Danke, Maxim. Du bist ein Schatz! Danke, danke!

Mrs. Danvers tritt ein, ruspert sich. "Ich" sieht sie, erschrickt, lsst Maxim los und greift verlegen nach
dem Weinglas.

MRS. DANVERS:
Entschuldigen Sie die Strung, Sir.

MAXIM:

Was gibt es, Mrs. Danvers?

MRS. DANVERS: ES geht um den Amor, Sir; die Porzellan
-
figur auf dem Sekretr im
Morgenzimmer. Ich frchte, sie wurde gestohlen. Jedenfalls ist sie verschwunden. Ich habe
Robert ins Ver
hr genommen, aber er schwrt, er htte nichts damit zu tun.

"Ich " zittert so, dass sie sich Wein ber den Pullover schttet.

MAXIM:

Und? Warum behelligen Sie mich damit?

MRS. DANVERS: Der Amor war die Lieblingsfigur von Mrs. de Winter. Meissner
Porzellan, Sir. Das
wertvollste Stck im Morgenzimmer.

ICH:

O, wie schrecklich!

MAXIM (ZU "Ich")'. So schlimm ist das auch wieder nicht. Im brigen ist das dein Ressort, Liebes.

ICH:

Maxim ... ich hab' vergessen, dir das zu sagen... Ich bin schuld. Ich ha
be den Amor
zerbrochen.

MAXIM:


ICH:

Ich wollte mir die Figur ansehen ... und da ist sie mir aus der Hand gerutscht.

MAXIM (beherrscht sich nur mhsam, zu Mrs.
Danvers): Sie hren es, Mrs. Danvers. Mrs. de
Winter hat die Figur zerbrochen und vergessen, es zu erwhnen.

ICH:

ES tut mir sehr leid.

MRS. DANVERS: Was haben Sie mit den Scherben gemacht, wenn ich fragen darf?

ICH:

Sie sind im Sekretr. Ganz hinten in d
er rechten Schublade.

MAXIM:

Wahrscheinlich hat meine Frau befrchtet, Sie wrden sie verhaften und einsperren, Mrs.
Danvers.

MRS. DANVERS: Ich werde mich bei Robert entschuldigen. Ich konnte ja nicht ahnen, dass es Madam
war, die den Amor zerbrochen hat.

MAXIM:


MRS. DANVERS: Ich hoffe man kann die Figur wieder herstellen. Die Angelegenheit hchst
bedauerlich, Sir. Im Morgenzimmer ist bisher noch nie etwas zu Bruch gegangen.

MAXIM:

ES reicht. Sie knnen geh'n, Mrs. Danvers.

Mrs.
Danvers geht ab. Nach kurzem Schweigen ...

ICH:

Bist du bse?

Es tut mir leid, es war ein Fehler.

Erst die Scherben
-

und dann, dass ich nicht drber sprach.

MAXIM (rgerlich): Ach, vergiss es!

Was interessiert mich dieser Nippes.

ICH:

Vergib mir, Maxim.
.

MAXIM:

DU reagierst oft wie ein Kind.

ICH:

Ja, das weiss ich.

Ich hoff nur, dass ich dir nicht schade.

MAXIM (gesprochen): Mir schaden? Wie?

ICH:

Na ja, die Leute tratschen gern.

MAXIM (pltzlich wtend, gesprochen): Tratschen gern?

as zum Teufel w
eisst du

von Gerchten und Tratsch?

ICH:

Gar nichts. Ich mein nur so.

MAXIM:

Warum hrst du auf Rederei?

Mit wem hast du gesprochen?

ICH:

Mit keinem.

MAXIM:

Wie weisst du dann von dem Geschwtz?

ICH:

Was macht dich so zornig?

Gibt es da etwas, das ich
nicht weiss?

MAXIM:

DU musst, weiss Gott, nicht alles wissen!

ICH:

Bitte.

Bitte sei mir nicht mehr bse.

Ich lieb' dich.

Ich will dich doch nur besser verstehn.

Bist du glcklich?

MAXIM:

Frag mich nicht.

ICH:

Bist du glcklich?

MAXIM:

Glcklich,
glcklich ...

Ich weiss nicht, was das ist.

Er greift nach der Zeitung. Sie wischt sich ber die Augen, whrend es dunkel wird.

Szenenwechsel.



ERSTER AKT Szene 7

Suite im Ostflgel.

Spter in derselben Nacht. "Ich " befindet sich im Schlafzimmer und Maxi
m in der Bibliothek. Ein
bauscht ein Windsto die Gardinen auf. Von fern hrt man das Rauschen der Brandung. In der Bibliothek
sitzt Maxim in einem Lederse
ssel und starrt auf unsichtbare Schattenbilder.

"Ich " steht auf, um das Fenster zu schlieen.

ICH:

Vor'm Fensterkreuz der Vorhang,

der im Wind weht.

Das Mondlicht, das die Schatten tanzen lsst.

Und die Gerusche in dem grossen fremden Haus,

wie leise Stimmen huschender Gespenster.

Es ist schon spt, doch ich komm' nicht zur Ruh.

In mir tausend Fragen.

Wie kann ich schlafen,

wenn du nicht da bist?

Hilf mir durch die Nacht!

Gib auf mich acht.

Lass mich nicht den Mut verliern.

Halt mich ganz fes
t,

wenn mir kalt ist im Dunkeln.

Und hast du die Zweifel

mir fortgeksst,

zeig mir, was Liebe ist.


MAXIM:

Ich dachte, ich kann ganz von vorn beginnen.

Doch nie gibt die Vergangenheit mich frei.

Wie konnte ich nur glauben,

dass ich sie vergessen kann?

Ich schliess die Augen und seh nur Rebecca.

Die Wahrheit ist, ich weiss nicht, wer ich bin.

Ich habe mich verloren.

Nirgendwo Hoffnung.

berall Lge.

Hilf m
ir durch die Nacht!

Gib mir die Kraft,

durch die Dunkelheit zu gehn.

Halt mich ganz fest,

wenn das Gestern mir Angst macht.

Und wenn ich gelernt hab,

wie man vergisst:

Zeig mir, was Liebe ist.

MAXIM &C ICH: Hilf mir durch die Nacht!

Gib mir die Kraft,

durc
h die Dunkelheit zu gehn.

Halt mich ganz fest,

wenn das Gestern mir Angst macht.

Und wenn ich gelernt hab,

wie man vergisst:

Zeig mir, was Liebe ist.

Es wird dunkel. Verwandlung.

ERSTER AKT

Szene 8

Haus von Beatrice.

Beatrice hat soeben ein lngeres Telefo
nat mit "Ich " gefhrt, von dem wir noch das Ende hren.

jhzornig. So war er schon als Kind. Du wirst sehen, wenn er aus London zurckkommt, ist er wieder der

Alte. Ruf mich wieder an ... Kopf hoch! Adieu.

Sie legt auf Das Gesprch hat sie nachdenklich gemacht.

Was ist nur los mit ihm?

Ich kann ihn nicht verstehn.

Irgendwas ist geschehn,

worber er nicht spricht.

Er wird geliebt wie je,

er hat sein Manderley,

doch glcklich

ist er nicht.

Obwohl ich meinen Bruder kenn',

seh' ich doch nicht in ihn hinein.

Doch ist er kalt und ungerecht,

dann muss er sehr verzweifelt sein.

Als unser Vater starb,

hielt er ihm stumm die Hand.

Und dass er ihn verstand,

sagte mir sein

Gesicht.

Und alle wussten gut,

was immer Maxim tut,

er hlt, was

er verspricht.

Ehre und Ruf von Manderley

wrde er schtzen vor Gefahr'n.

Er schwor, den Namen und das Haus

vor jedem Makel zu bewahr'n.

Und das ist schwer fr ihn.

Oft folgt er blindlings d
en Gefhlen.

Er liebt und hasst ganz unbeherrscht.

Dann ist er oft sein eigner Feind.

Und wer mit meinem Bruder lebt,

bleibt oft mit seinem Schmerz allein.

Doch ist er kalt und ungerecht,

dann muss er sehr verzweifelt sein.

Es wird dunkel.

Verwandlung.

ERSTER AKT

Szene 9

Rebeccas Zimmer.

Mrs. Danvers hat einen Besucher in die ehemals von Rebecca bewohnten Rume im Westflgel von
Manderley gefhrt. Die hohen Fenster gehen aufs Meer hinaus. Man hrt das Rauschen der nahen
Brandung. Jack Favell, der Besuche
r, ist ein sonnengebrunter, gutaussehender Mittdreiiger mit dem
sicheren Aufire
-
ten eines Autoverkufers und Frauenhelden. Es ist offensichtlich, dass er sich nicht zum

nervs.

MRS. DANVERS: Sie mssen fort, Favell!

Man darf Sie hier nicht sehn.

JACK FAVELL: Nur keine Panik, Danny.

Max ist doch in London,

das hast du selbst gesagt.

Niemand sieht mich,

Es sei denn deine neue Madame

spioniert uns nach.

MRS
. DANVERS: Die strt uns nicht. Nicht hier.

Sie weiss, dies ist Rebeccas Reich.

JACK FAVELL: WO ist das Kstchen mit dem Schmuck geblieben?

Es hat doch immer hier gestanden.

MRS. DANVERS: Hnde weg von Ihren Sachen!

JACK FAVELL: Sei nicht albern, Danny.

Rebecca liebte mich.

Ich war doch ihr

Lieblingscousin...

MRS. DANVERS: Sie war gewohnt,

geliebt zu werden.

Die Mnner waren verrckt nach ihr.

Denn sie war mehr als schn,

von ihr ging ein Zauber aus.

Den Traum, von ihr

geliebt zu werden,

trumte fast je
der Mann.

Und dabei wussten sie,

dass sie keiner haben kann.

JACK FAVELL: Doch ich bin ihr verwandt.

Ich liebe sie genau wie du.

Wie du find' ich es gar nicht gut,

dass eine andre ihren Platz einnehmen will.

Rebecca liebte mich.

Ich war doch ihr Lieblingsc
ousin...

MRS. DANVERS: Sie war gewohnt,

geliebt zu werden.

Die Mnner waren

verrckt nach ihr.

Denn sie war mehr als schn,

von ihr ging ein Zauber aus.

Den Traum, von ihr

geliebt zu werden,

trumte fast jeder Mann.

Und dabei wussten sie,

dass sie keiner

haben kann.

JACK FAVELL (gleichzeitig): Niemand stand ihr nher.

Ich war viel mehr

als ein Cousin.

Hilf mir suchen, Danny.

Ihren Schmuck

und ihr Geld.

Mir wrd' es helfen.

Das wre in

ihrem Sinn, Danny.

Favell hrt etwas.

JACK FAVELL: Psst, Danny!

Still ....!

Die Musik stoppt. Jack Favell ffnet pltzlich die Tr. Davor steht "Ich".

Pardon! Habe ich Sie erschreckt? Ich bitte um Entschuldigung.


Alle deine Vorsichtsmanahmen waren umsonst, Dann
y! Die Hausherrin hat gelauscht.

ICH:

Ich hrte Stimmen, Mrs. Danvers.

JACK FAVELL: Willst du mich nicht vorstellen?

MRS. DANVERS: Mr. Jack Favell, Madam.
Mrs. de Winters Cousin.

ICH:

Guten Tag. Bleiben Sie zum Tee?

JACK FAVELL: Ach, ist das nicht reize
nd?! Wirklich, Danny, ich habe groe Lust, die Einladung
anzunehmen.

Mrs. Danvers schttelt missbilligend den Kopf.

JACK FAVELL: Na, vielleicht hast du recht. Ich will die kleine Frau nicht auf Abwege
fhren. Es ist wohl
besser, ich empfehle mich. Adieu, Verehrteste.

ICH:

Wie Sie meinen, Mr. Favell. Auf Wiedersehen.

Er macht eine bertriebene Verneigung und geht grinsend zur Tr. Dort dreht er sich noch einmal um.

JACK FAVELL: Was ich noch sagen wollte ... Es wre nett von Ihnen, wenn Sie meine
Stippvisite hier fr sich behalten wrden. Max ist nicht gerade ein Fan von mir, und wir wollen
doch der guten armen Danny keine Schwierigkeiten machen, nicht wahr?

ICH:

Nein
. Natrlich, ist schon gut.

Unsicher sieht "Ich" sich in dem ihr fremden Zimmer um. Mrs. Danvers bemerkt, dass Sie ein Gemlde
betrachtet, auf dem eine Dame in Wei dargestellt ist.

MRS. DANVERS: Haben Sie sich schon entschieden, was Sie auf dem Kostmfest

tragen werden?

ICH:

Mhm ... nein. Noch nicht.

MRS. DANVERS: Hat Mr. de Winter keinen Wunsch geuert?

ICH:

O nein. Er berlsst alles mir.

MRS. DANVERS: Also, wenn ich Ihnen einen Vorschlag machen darf...

Mrs. Danvers zeigt auf ein Gemlde.

Das Liebling
sgemlde Ihres Gatten.

ICH:

Wirklich?

MRS. DANVERS: Caroline de Winter, eine Schwester von Mr. de Winters Urgrovater.

ICH:

Ja, das wre eine Mglichkeit ...

MRS. DANVERS: berraschen Sie ihn. Ich lasse das Bild auf ihr Zimmer bringen. Die Schneiderin
soll es
als Vorlage benutzen.

ICH:

Vielen Dank, Mrs. Danvers. Das ist sehr nett von Ihnen. Wirklich. Es soll unser Geheimnis
sein.

Zum ersten mal huscht ein Lcheln ber Mrs. Danvers Gesicht.

MRS. DANVERS:Schn hier, nicht wahr? Sehen Sie sich ruhig um. D
as Zimmer von Mrs. de
Winter. Ein herrlicher Raum.

ICH:

Ja. Sehr schn. Aber ein bisschen ... unheimlich.

MRS. DANVERS: Mr. de Winter hat den Westflgel nicht mehr betreten, seit seine Frau
ertrunken ist.

Sie zieht den Vorhang auf und ffnet das Fenster. D
as Rauschen der Brandung wird merklich lauter. Das
Rauschen der Brandung. "Ich" lauscht. Mrs. Danvers kommt ihr nher.

Hren Sie das? Das Meer ruft ihren Namen ...

SCHATTEN (hinter der Bhne): Rebecca ...

Rebecca ...

Mrs.
Danvers zeigt "Ich " Rebeccas Bett.

MRS. DANVERS: Das ist ihr Bett.

Und hier
-

das ist ihr Nachthemd.

Wunderschn, sehn Sie nur!

Leicht wie ein Windhauch,

so seidig,

ein schmeichelndes Nichts.

Und jede Faser

atmet noch heut' den Duft ihrer Haut.

Auch wenn

sie hier

nicht mehr schlft,

auch wenn sie

keiner sieht,

seit sie ging,

singt die Brandung

ihr Lied:

Rebecca,

wo du auch immer bist,

dein Herz ist ruhlos

wie die wilde, freie See.

Wenn der Abend beginnt,

singt der Wind:

Rebecca,

komm heim, Rebecca!

Aus de
m Nebelreich

zurck nach Manderley.



SCHATTEN: Rebecca ...

Rebecca ...

MRS. DANVERS: Ihr Haar war

dicht und weich.

Ich kmmte es

genau wie's ihr gefiel.

Tag und Nacht

sah sie wie

eine Knigin aus.

Was sie auch machte,

sie hatte Haltung,

hatte Stil.

Manch
es hat sich

verndert hier,

seit sie ging


doch ihr Zauber

ist immer

noch wahr.

MRS. DANVERS: Rebecca,

wo du auch immer bist,

SCHATTEN (gleichzeitig): Rebecca!

MRS. DANVERS: dein Herz ist ruhlos

wie die wilde, freie See.

Wenn der Abend beginn
t,

singt der Wind:

SCHATTEN (gleichzeitig): Wenn der Abend beginnt,

singt der Wind!

MRS. DANVERS: Rebecca,

komm heim, Rebecca!

SCHATTEN (gleichzeitig): Rebecca!

Rebecca!

MRS. DANVERS: Aus dem Nebel reich

zurck nach Manderley.

Blackout.



ERSTER AKT

Szen
e 10 Golfclub.

Ein Nachmittag im Mai. Golfspieler beiderlei Geschlechts beim geselligen Beisammensein im Country
Club von Kerrith.

GOLFSPIELER 1: Schn heut.

GOLFSPIELER 2: Ja, herrlich.

GOLFSPIELER 3: Der Winter scheint vorbei.

GOLFSPIELER 2: Ein Tag, gemacht zum Golfen.

GOLFSPIELER 1: Nur viel zu kalt fr Mai.

GOLFSPIELER 3: Sie haben vllig recht, Giles. Zu kalt.

GOLFSPIELER 4: Ja, das ist wahr.

GOLFSPIELER 5: Der Wind ist noch recht khl.

GOLFSPIELER 1: Doch die Luft ist wunderbar.

Publikum.

FNF GOLFSPIELER: Sie denken, es geht hier ums Wetter.

Das scheint nur so.

Wir beweisen nur Niveau.

ALL
E GOLFSPIELER: Wir sind Britisch, wir sind fein.

Wir sind ein exklusiver Verein.

Fr uns ist Golf nicht nur ein Spiel,

sondern ein Privileg.

Wir legen wert auf Konvention,

auf Namen und Rang und Tradition.

Bei uns kommt nicht jeder rein.

Wir sind Britisch,

wir sind fein.

GOLFSPIELER 1: De Winters geben dieses Jahr

wieder einen Maskenball.

GOLFSPIELER 2: Die Einladung hat mich berrascht.

GOLFSPIELER 3: Gehen Sie hin?

ALLE GOLFSPIELER: Oh, ja!

GOLFSPIELER 3: Wie geht es Maxim?

GOLFSPIELER 4: Er war noch
gar nicht hier.

GOLFSPIELER 5: Ihn fordert wohl die Gattin.

GOLFSPIELER 4: Sein Urlaubssouvenir.

GOLFSPIELERIN 6: Es heisst, sie sei erst achtzehn.

GOLFSPIELER 3: Das Witwerideal.

GOLFSPIELERIN 5: Ein kleines Zimmermdchen..

GOLFSPIELERIN 4 & GOLFSPIE
LER 6: Eine vom

Dienstpersonal.

Wieder zum Publikum:

ALLE GOLFSPIELER: Sie meinen, wir wren boshaft?

Das scheint nur so.

Uns geht es nur um's Niveau!

Wir sind Britisch, wir sind stolz.

Wir sind aus ganz besonderem Holz.

Wir glauben, dass Gott, der Herr,

ein britischer Gentleman ist.

Wir sind kritisch, wir sind smart

auf unsre feine englische Art.

Die Kultur liegt uns im Blut.

Wir sind Britisch, wir sind gut.

Wir sind Britisch, wir sind fein.

Wir sind ein exklusiver Verein.

Fr uns ist Golf nicht nur ein S
piel,

sondern ein Privileg.

Wir legen wert auf Konvention,

auf Namen und Rang und Tradition.

Jeder will in unsern Verein,

doch es kommt nicht jeder rein.

Wer nicht in ist und fein,

kann bei uns nicht Mitglied sein.

O nein!

Ein komisches Tableau. Blackout.
Verwandlung.

ERSTER AKT

Szene 11 Bootshaus.

In der Bucht vor Manderley steht ein Bootshaus. Davor sitzt ein merkwrdig gekleideter Mann mit
zerzaustem Haar und wirrem Gesichtsausdruck. Er sortiert Muscheln. Es ist der geistig zurckgebliebene
Ben, der sic
h oft auf dem Gelnde herumtreibt.

BEN:

Sie's fort.

Sie's fort jetz'.

Kommt nimmermehr.

Liegt draussen im Meer drunten,

und kann nie mehr zurck.

Versunken, ertrunken!

Als "Ich " auftritt, erschrickt Ben. Er blickt ngstlich auf.

BEN:

Ben
nix gemacht. Ben nix gesehn.

ICH:

Guten Tag. Ich bin Mrs. de Winter.

BEN:

Missis kommt nimmermehr.

ICH:

Ich bin Mr. de Winters neue Frau. Und wer sind Sie?

BEN:

Ben nix getan. Ben brav.

ICH:

Ist ja gut, Ben. Ich schau mich ein wenig um. Wohnst du in de
m Bootshaus?

BEN:

Nein, nein. Ben darf da nit rein.

"Ich" blickt durch ein kleines Fenster in das Bootshaus hinein.

ICH:

Ist ja ganz gemtlich da drinnen.

BEN:

Sie kann nie mehr zurck. Oder?

ICH:

Nein. Sie ist tot, Ben.

BEN:

Ben
nix gesehn. Ben nix gemacht. Bitte nit ins Heim.

ICH:

Niemand will dich in ein Heim schicken, Ben.

BEN:

Doch. Sie. Aber kann Ben nix mehr tun.

Sie's fort.

Sie's fort jetz'.

Kommt nimmermehr.

Liegt draussen im Meer drunten,

und kann nie mehr zurck.

V
ersunken, ertrunken!

ICH:

Was fr schne Muscheln du hier hast. Alle selbst gesammelt?

BEN:

Ja. Viele Farben. Ben gesammelt.

ICH:

Lass mal sehn. Ja, wirklich. Sehr schn.

BEN:

Bitte nit ins Heim.

ICH:

Nein, Ben. Kein Heim, das versprech' ich dir.

BEN:

Du
bis' nit wie die.

Die war immer bs.

Du bis' gut.

Musst' ein Engel sein,

siehst wie einer aus,

und du schaust,

wie nur Engel schaun.

Du bis' zu niemand bs

tust keinem nix.

Hast gutes Herz.

Bleib da!


Geh' nimmer mehr.

Die and're im Meer dru
nten,

die kann dir gar nix tun.

Bist strker! Bist besser!

Von weit weg hrt man Maxim rufen ...

MAXIMS STIMME: Hallo! Wo steckst du?

BEN:

Bitte Missis.

MAXIMS STIMME: He, ich bin zurck!

BEN:

Nix sagen. Ben nix gemacht.

ICH:

Maxim?

Ben
sammelt rasch die Muscheln ein und geht ab.

MAXIMS STIMME: Wo bist du denn?

ICH:

Hier unten, Maxim! Beim Bootshaus ...

Maxim tritt auf.

MAXIM:

Was zum Teufel machst du hier?

ICH:

Ich hab mich ein wenig umgesehen. Gehrt die ganze Bucht zu Manderley?

M
AXIM:

Warst du im Bootshaus?

Maxim prft, ob die Tr zum Bootshaus noch verschlossen ist.

ICH:

Nein, warum?

MAXIM:

Niemand geht da rein, ist das klar.

ICH:

Ich war nicht drin, Maxim.

MAXIM:

Und ich will auch nicht, dass du hier herunter kommst. Ich hasse

dieses dreckige
Bootshaus. Es macht mich krank, dich hier zu sehen.

zeigt aufs Meer hinaus.

ICH:

Ist das da drauen eine Boje?

MAXIM:

Warum interessiert d
ich das? Was geht dich diese gottverdammte Boje an?

ICH:

Maxim, bitte!

MAXIM:

Was, bitte? Was!

ICH:

Bitte, Maxim! Du machst mir Angst.

Sie dreht sich um und rennt davon. Ihr abrupter Abgang ernchtert Maxim. Er ist nur noch wtend auf
sich selbst.

MAXI
M:

Hab ich

denn den Verstand verlor'n?

Warum

ist soviel Angst und Zorn in mir?

Ich hass' mich selbst

dafr.

Was zog mich bloss

an diesen Unglcksort?

Ich fhl,

dass er verflucht, verflucht ist.

Gott, warum, warum kam ich

zurck nach Manderley?

Als ich

ein
kleiner Junge war,

sang mich

das Lied der Brandung in den Schlaf

und trug mich

bers Meer.

Jetzt klingt das Lied

der Brandung geisterhaft.

Ich weiss,

dass ich verflucht, verflucht bin.

Gott, warum kam ich zurck?

Was bin ich fr ein Narr! Hier

lebt die Ver
gangenheit. Hier

hat sie gewartet all die Zeit.


dass ihre Liebe mich befrein kann

von den Bildern, die mich qulen,

wenn ich die Augen schliesse.

Doch wenn

ich mit ihr flieh' von hier, dann holt

uns irgendwann das Gestern

ei
n. Ich kme nie zur Ruh'.

Nein, ich bleib da

und stell mich dem, was war,

bis ich

nicht mehr verflucht,

verflucht bin.

Ja, darum, darum kam ich

zurck nach Manderley.

Und ich werde

strker sein,

strker als die Schatten

und die Nacht.

Er geht rasc
h ab. Es wird dunkel. Verwandlung.



ERSTER AKT

Szene 12 Crawleys Bro.

Hand auf

ICH:

Stre ich, Frank?

FRANK CRAWLEY: Aber nein, Mrs. de Winter.
berhaupt nicht.

ICH:

Ich komme wegen des Kostmballs ... Sie wollten doch meine Einladungsliste.

FRANK CRAWLEY: Ja, natrlich. Oh, nur eine Adresse?
Mrs. Edith Van Hopper, Park Avenue
New York. Gut.
Die Einladung geht noch heute raus. Kann ich sonst noc
h etwas fr Sie tun?

ICH:

Nein, danke ... das heit, doch. Vor ein paar Tagen war ich unten beim Bootshaus.

FRANK CRAWLEY: Dann haben Sie sicher Ben getroffen. Der strolcht immer da unten am Strand herum.
Sie brauchen keine Angst zu haben vor ihm.

ICH:

Oh,

ich sah gleich, dass er nicht gefhrlich ist. Aber Maxim war vllig auer sich, als er mich da
unten sah. Ich verstehe nicht, warum.

FRANK CRAWLEY: Das Bootshaus war ihr Nest.

ICH:

Das Nest von Rebecca de Winter?

FRANK CRAWLEY: Ja. Sie hatte sich da ein
gerichtet. Manchmal hat sie sogar bernachtet im Bootshaus.

ICH:

In der Bucht schwimmt eine Boje.

FRANK CRAWLEY: Da war das Boot festgemacht, mit dem sie umgekommen ist in jener
Nacht. Erst drei Monate spter wurde ihre Leiche gefunden, vierzig Meilen von

hier, an der
Kste vor Edgecombe. Maxim musste sie identifizieren.

ICH:

Bitte ... erzhlen Sie mir von ihr. War sie wirklich so schn?

FRANK CRAWLEY: O ja. Sie war die schnste Frau, die mir je begegnet ist.

ICH:

Das sagen alle. Und charmant, intelligent
, geistreich war sie auch. Gegen sie bin ich ein
Nichts. In jeder Beziehung ...

FRANK CRAWLEY: Sie sind nur anders, Mrs. de Winter. Es ist nicht ihre Aufgabe, zu sein wie
sie. Sie sollen Maxim und uns helfen, sie zu vergessen.

ICH:

Ich wei nicht, ob ich d
as kann.

FRANK CRAWLEY: Meine Meinung ist nicht wichtig,

doch ich sprech sie offen aus.

Was verkehrt ist und was richtig,

stellt sich oft erst spter heraus.

Und wenn eine Frau nur schn ist,

doch im Innern kalt und leer,

bleibt Fassade, was zu sehn ist.

Was ein Mann wirklich braucht, ist viel mehr.

Ehrlichkeit

und Vertrauen,

Freundlichkeit

und Herzenswrme.

Und die Kraft,

nach vorn zu schauen,

wenn du dich selber

verlierst.

Ein Mensch, der da ist,

wenn du Fragen stellst,

und der dich auffngt,

wenn du f
llst,

ist viel mehr wert

als alle Schnheit

dieser Welt.

"Ich"geht mit einem stummen Adieu ab. Frank Crawley sieht Ihr nachdenklich hinterher.

Sicherheit

fr ein Leben.

Zweisamkeit

in schweren Stunden.

Und den Mut,

sich ganz zu geben,

ohne zu fragen,

was w
ird.

Ein Mensch, der hrt, wovon

dein Schweigen spricht,

und Angst besiegt

durch Zuversicht,

ist viel mehr wert

als alle Schnheit

dieser Welt.

Sehr viel mehr.

berleitungsmusik deutet
das Vergehen einiger Wochen an. Verwandlung.



ERSTER AKT

Szene 13 Halle von Manderley.

treffen die kostmierten Gste ein. Frith begr
t sie, Robert serviert Drinks, dies ist als Araber verkleidet,
Beatrice als verschleierte Haremsdame. Frank Crawley kommt als Pirat, andere Gste erscheinen als
Harlekin, Alice im Wunderland, Hexe, Fee, Polizist und Schferin. Oberst Julyan ist als Csar
kostmiert.
Nur Maxim ist formell gekleidet.

GAST 1: Ich freu' mich lang schon auf diesen Abend.

GAST 2: Nichts, wohin ich lieber geh.

GAST 1, 2, 3: Kein and'res Fest ist so lustig wie

der Maskenball

von Manderley!

VIER GSTE: Das Renommiern

geht ein ande
rmal weiter.

Heut' darf jeder heiter

ein Narr sein.

Man ist ja oft genug

ernsthaft und bieder.

Heut' drfen wir wieder

bizarr sein.

GAST 4 Das Fest Nummer Eins ist seit eh und je ...

ALLE GSTE: ... der Ball von Manderley.

OBERST JLYAN: Guten Abend, Max
im. Wo ist ihre reizende Frau?

MAXIM:

O, die macht es heute sehr spannend. Sie will uns alle berraschen.

BEATRICE: Auch mir hat sie nicht verraten, in welchem Kostm sie erscheint.

MAXIM:

Sie hat sich irgendetwas Fantastisches schneidern lassen; ich ha
be keine Ahnung.

GAST 5: Sind Sie ein Scheich oder Maharadscha?

GlLES: Nein, ich wrm nur mein Toupet.

GAST 1, 2, 3 & GlLES: Einmal im Jahr blht die Fantasie

beim Maskenball

von Manderley.

GSTE GRUPPE 1: Das Imponiern

lassen wir heut' mal bleiben.

Wa
s wir reden und treiben,

darf hohl sein.

GSTE GRUPPE 2: Und wenn es spter wird,

wagt man ein Ksschen.

Heut' darf man ein bisschen

frivol sein.

ALLE GSTE: Man fhrt statt nach Brighton und Saint Tropez

zum Ball von Manderley.

Denn wer in Cornwall was
ist und war,

ist hier heut' Nacht,

denn eins ist klar:

Das Fest Nummer eins ist seit eh und je

der Ball von Manderley.

Mrs. Van Hopper tritt auf. Sie stolpert Maxim in die Arme.

MAXIM:

Guten Abend, Mrs. Van Hopper. Wie war Ihre Reise?

MRS. VAN HOPPER: Ach, fragen Sie nicht, Mr. de Winter. Ich bin immer noch seekrank.

MAXIM:

Darf ich Ihnen einige meiner Gste vorstellen?

MRS. VAN HOPPER: Ich bestehe darauf. Wer ist der stattliche Mann da drben?

MAXIM:

Oberst
Julyan, der Chef der Bezirksverwaltung.

MRS. VAN HOPPER: Ist er ledig?

MAXIM:

Verwitwet.

MRS. VAN HOPPER: Ah ...
Dann ist das sein Glckstag heute!

Hat einer seine Frau begraben,

muss er eine neue haben,

und keine knnte

besser sein als ich.

Und wenn
er auch Lord Manor war,

mit Schloss und altem Butler,

selbst wenn der King sein Gnner war:


Er findet nichts Bess'res als mich.

Denn seh'n Sie,

I’m an American Woman.

Ich weiss, was ich will, und will es gleich.


ich mchte, da
ss man mich versteht.

Ausserdem bin ich reich.

Ich hab Swing im Rock

und Cola in der Kehle,

und in meiner Seele

singt ein Gospelchor,

denn ich bin von Kopf bis Fuss

amerikanisch.

Im alten England

neigt der Mann an sich

zur Vertrottelung.

Ich hal
t ihn jung,

blas' ihm den Marsch,

bring ihn in Schwung!


Denn seh'n sie,

I'm an American Woman.

Ich pfeif auf Geschmack,

ich mag es schrill.

Ich bin eine Braut

fr einen Mann,

der sich was traut

und tut, was ich will.

Ic
h kann Nsse

mit den Hnden knacken.

Ich kann Cookies backen

und gewinn beim Bridge.

Ich kann weiter spucken,

mehr verschlucken,

lauter lachen.

Ich kann alles, ausser

einen Fehler machen.

Was ich trum, wird wahr,

denn ich bin aus den USA.

Die Gste applau
dieren. Oberst Julyan reicht Mrs. Van Hopper ein Glas Champagner. Die Ballszene



ERSTER AKT

Szene 14 Ankleidezimmer.

"Ich " sitzt am Schminktisch. Im Verlauf der Szene ve
rwandelt sie sich mit Hilfe von Ciarice in die Dame in
Wei aus dem Gemlde, das neben einem groen Spiegel an der Wand lehnt. Beatrice steht vor der Tr
zum Ankleidezimmer. Sie klopft. "Ich" weist Ciarice mit einer Geste an, nicht aufzumachen.

BEATRICE: I
ch bin's. Beatrice. Brauchst du noch lang?

ICH:

Bitte, Bee! Ich bin noch nicht so weit. Warte unten auf mich.

BEATRICE: Als was kommst du denn? Ich platze vor Neugier.

ICH (
mit einem Kichern
): Ha, platz nur. Niemand wird mich erkennen. Maxim kann sich auf
den
Schock seines Lebens gefasst machen.

BEATRICE: Sieh zu, dass du fertig wirst, Kleines. Die Gste sind schon alle da.

Beatrice geht ab. "Ich " steht vom Schminktisch auf und dreht sich vor dem Spiegel.

ICH:

Sternenstaub im Haar!

Mrchen oder wahr?

Ich s
eh' mich an und kann's

kaum glauben.

Diese Frau

im Spiegel ...

Bin das wirklich ich?

Alle

werden nach mir seh'n.

Geheimnisvoll und schn,

werd' ich strahlend

in den Ballsaal geh'n.

Seht nur
-

da kommt

die Dame in Weiss!

Und ich schweb

auf Musik,

und ich se
he mich

in jedem Blick.

Es gibt keinen,

der mich nicht

bewundert,

und nichts, was

mich hlt.

Ich bin so wie ich sein will,

und tu, was mir gefllt.

Heut' Nacht

verzauber' ich die Welt.

Heut' glaub ich,

dass mich jeder mag,

ganz egal, was ich

auch tu und sa
g'.

Dies ist mein Tag!

Ein Traum

wird heute wahr.

Denn ich schweb

auf Musik,

und ich sehe mich

in jedem Blick.

Es gibt keinen,

der mich nicht

bewundert,

und nichts, was

mich hlt.

Einmal im Leben

bin ich, wie's mir gefllt.

Heut' Nacht

verzauber' ich die W
elt!

Ciarice! Versteck dich auf der Galerie und schau durchs Gelnder, ob wirklich schon alle da sind. Ich will
die Letzte sein. Sie sollen alle sehen, wie die Dame in Weiss die Treppen herunterkommt.

Ciarice schaut durchs Gelnder und gibt "Ich" das Zeich
en zu kommen. Verwandlung.



ERSTER AKT

Szene 15

Halle von Manderley.

Die groe Empfangshalle von Manderley von. der anderen Seite mit Blick auf den Treppenaufgang zur
Galerie. Die Ballgste im Gesprch wie zuvor.
Trommelwirbel.

FRITH: Ladies and Gentlemen: Mrs. de Winter!

"Ich" erscheint auf dem obersten Absatz der Treppe, die in die Halle fhrt. Sie sieht genau aus wie die
die H
nde, hrt aber damit auf als sie merkt, dass sie die einzige ist. Die Gste starren auf "Ich" als wre
sie ein Gespenst. Sie stecken tuschelnd die Kpfe zusammen. "Ich" kommt die Treppe herunter.

MAXIM:

Verflucht! Was zum Teufel soll das? Bist du verrckt
geworden? Zieh' dich um!

ICH:

Warum? Was ist denn?


"Ich" bleibt stehen.

MAXIM:

Verschwinde! Sofort!

Sie
blickt Maxim verstndnislos an. Ein Augenblick der Erstarrung. Die Gste, mit dem Rcken zum
Publikum, sind wie gelhmt. Mrs. Danvers tritt auf. Sie lchelt triumphierend.

MRS. DAN VERS: Rebecca,

es geht nicht ohne dich.

Wenn tausend Lichter strahlen ...

SCHATTEN (gleichzeitig): Rebecca!

MRS. DANVERS: ... fehlst du mehr denn je.

Alle Gste hier

warten auf dich.

Rebecca!

SCHATTEN (gleichzeitig): Rebecca!

MRS. DANVERS: Komm heim, Rebecca!

Aus dem Schattenreich

zurck nach Manderley.

SCHATTEN (gleichzeitig)
: zurck nach Manderley.

Sie dreht sich um. Ihr Blick weckt "Ich" aus der Erstarrung. "Ich " luft die Treppe hinauf.

Black
-
out.


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